VORSICHT beim Abfassen des Versicherungszertifikates!

Beim Abfassen des Versicherungszertifikates ist in diesem Jahr etwas Vorsicht geboten, um im Nachhinein nicht ungewollt auf Fördergelder verzichten zu müssen!

Vor allem im Apfelanbau, infolge, dass es zwei unterschiedliche Standardwerte „Standard Value“ gibt, muss vor Versicherungsabschluss genauer kontrolliert werden: Baut ein Betrieb innerhalb einer Produktionsgemeinde z.B. Standardsorten und CLUB-Sorten ohne Hagelnetz an, können alle zusammen mit ein und demselben Versicherungszertifikat in Deckung genommen werden, sofern der Versicherte Wert innerhalb des normalen Standardwertes liegt (41.667,00 Euro/ha Äpfel Standard – erster Vorschlag des Ministeriums für 2022*). Liegt der Versicherte Wert allerdings über diesen Wert so hat man die Möglichkeit die CLUB-Sorten mit einem eigenen Versicherungszertifikat zu versichern. Somit kommt der eigene für CLUB-Sorten definierte Standardwert – 69.730,00 Euro/ha für Äpfel CLUB-Sorten (erster Vorschlag des Ministeriums für 2022*) zur Anwendung.  Zu beachten gilt, dass in diesem Fall zur Berechnung der Gesamtschadensschwelle beide Zertifikate – Zertifikat Standardsorten + Zertifikat CLUB-Sorten – zusammengerechnet werden. Im Zweifelsfall, empfeihlt das Hageschutzkonsortium aber zwei getrennte Zertifikate abzufassen: Eines für die Standardsorten und eines für die CLUB-Sorten. In diesen Fällen müssen in BEIDEN Zertifikaten der gleicher Versicherungstyp (ex. PLURI oder ex MULTI) sowie dasselbe Modell (M/B70 oder M/B80) verwendet werden!

Für BIO-Betriebe soll nun auf Druck der Schutzkonosrtien vom Ministerium MIPAAF/ISMEA ein eigener „Standard Value“ eingeführt werden! Dieser soll laut ersten Agaben um 20-25% höher sein, als jener für die Standardsorten. Die BIO-Produktion, sofern diese als solche versichert wird, muss mit einem eigenen Versicherungszertifikat versichert werden. Dabei kann innerhalb der BIO-Produktion auch dieselbe Vorgehensweise in Kombination mit CLUB-Sorten, wie im vorherigen Absatz beschrieben, angewandt werden.

Das Hagelschutzkonsortium empfiehlt die BIO-Umstellungsware als konventionelle Ware zu versichern, andernfalls könnten Beitragskürzungen in Kauf zu nehmen sein!

WEITERHIN GILT:

Grundsätzlich ist auch in diesem Jahr wiederum sehr streng auf die korrekten Flächenangaben im Versicherungszertifikat zu achten. Die Flächenangaben im Versicherungszertifikat MÜSSEN mit den Flächenangaben im LAFIS und dem Obstbaukataster der Autonomen Provinz Bozen übereinstimmen!

Wenn innerhalb einer Produktionsgemeinde versichert wird, muss die gesamte Produktion bzw. Fläche eines Produktes versichert werden. Lediglich Flächen mit einem korrekt zum Vertragsabschluss im Obstbaukataster gemeldeten Hagelnetz müssen nicht zwingend versichert werden. Wird aber auch hier ein Teil der Fläche mit Hagelnetz (z.B. mit der MULTI gegen Frost) versichert, dann muss dies für die gesamte Produktion/Fläche mit Hagelnetz, innerhalb derselben Produktionsgemeinde, erfolgen.

*Das Hagelschutzkonsortium arbeitet aktuell intensiv mit der Landesverwaltung und den Erzeugerorganisationen zusammen, um einen höheren Standardwert, als jene vom Ministerium für 2022 vorgeschlagenen, zu erziehlen. Vorerst gelten aber jene Werte die vom Ministerium/ISMEA als Vorschlag veröffentlicht wurden.

Datum: 03.03.2022