In Zusammenarbeit mit dem Sennereiverband Südtirol hat das Hagelschutzkonsortium in der letzten Vollversammlung am 28.04.2022 den Mutualitätsfonds I.S.T. Milch für Südtirol eingerichtet. Dieser Fonds dient zur Stabilisierung des Einkommens der Südtiroler Milchbäuerinnen und Milchbauern. Der Fond ist beim Hagelschutzkonsortium angesiedelt und wird von diesen laut geltenden Satzungen und laut Art. 36 und 39-bis. der EU-Verordnung 1305/2013, sowie laut EU-Verordnung 2393/2017, verwaltet. Der Fond verfolgt keine Gewinnabsichten. Die Verwaltung des Fonds wird durch die Satzungen des Fonds geregelt, welche im Hagelschutzkonsortium einsehbar sind. Aufgrund des notwendigen Anerkennungsverfahren beim Landwirtschaftsministerium in Rom haben dabei nur die Satzungen in italienischer Sprache rechtliche Gültigkeit. Sobald auch die deutsche Fassung verfügbar ist, werden wir auch diese veröffentlichen.

Werte Landwirte,
in der Vollversammlung des Hagelschutzkonsortiums am 28.04.2022 wurde einstimmig der sektorale Mutualitätsfonds I.S.T. Milch für Südtirol zur Stabilisierung des Einkommens der Milchbäuerinnen und Milchbauern eingerichtet. Gleichzeitig wurde auch beschlossen den Antrag zur Anerkennung des sektoralen Mutualitätsfonds I.S.T. Milch für Südtirol beim zuständigen Landwirtschaftsministerium – MIPAAF – einzureichen, um von den EU-Fördermitteln laut Art. 36 Punkt d) der EU-Verordnung 1305/2013 und 2393/2017 zu profitieren.

Landwirte, die sich mit 2022 als Mitglied in den Fonds einschreiben möchten, müssen dies bis zum 20. Juni 2022 tun. Innerhalb 30. Juni 2022 muss das Hagelschutzkonsortium beim Landwirtschaftsministerium den Antrag um Anerkennung des Fonds einreichen und eine entsprechende Mitgliederliste beilegen.

Alle Bäuerinnen und Bauern, die sich für 2022 in den Fond einschreiben, erhalten auch bereits eine Deckung für das Wirtschaftsjahr 2022. Das heißt, dass sofern der Fonds vom Landwirtschaftsministerium anerkannt wird, ist der Fonds auch bereits mit 2022 aktiv und kann eine Vergütung für 2022 vornehmen, sofern die Voraussetzungen dafür gegeben sind.

Für die Einschreibung in den Fonds bitten wir Sie uns eine entsprechende schriftliche Anfrage mittels PEC unter Angabe des Betreffs „Antrag um Einschreibung in den Mutualitätsfonds I.S.T. Milch“ an unsere offizielle PEC-Adresse fonds@pec.hagelschutzkonsortium.com zu schicken. Das entsprechende Antragsformular finden Sie unten im Downloadbereich.

Weiters finden Sie auf unserem YouTube Kanal auch ein Info-Video zum Milchfonds: https://youtu.be/itPz_zMSRcc

Für Fragen zur Teilnahme am Fonds, sowie Probleme beim Übermitteln der Unterlagen haben, bitten wir Sie sich direkt an unsere Abteilung Mutualitätsfonds zu wenden. Unser Mitarbeiter Stefan Puff wird Ihnen gern behilflich sein.
Kontakt:
fonds@hagelschutzkonsortium.com – tel. +39 0471 256028

Häufig gestellte Fragen:


Welches Einkommen wird durch den Fonds gedeckt?
Durch den Fonds wird lediglich das Einkommen aus der Milchproduktion abgesichert. Einkommen aus landwirtschaftlichen Nebentätigkeiten wie Urlaub auf dem Bauernhof, aus Buschen- und Hofschänke, u.a. sowie persönliche Gehälter für lohnabhängiger Arbeit spielen dabei keine Rolle.

Warum sollte ich diesen Fonds I.S.T. Milch beitreten und einzahlen?
Grundsätzlich ist die Teilnahme am Fonds freiwillig. Jeder Landwirt muss als Unternehmer selbst entscheiden, ob er in den Fonds einzahlen soll oder nicht und ob er sein Einkommen absichern will. Gerade aber in der Milchwirtschaft wo die Höhe des Einkommens (Erlös abzüglich Kosten) vielfach den hohen Schwankungen bei Kraftfutterzukauf, Treibstoff, Energiepreise, und diversen Kosten zu den Milchprodukten abhängen, macht es durchwegs Sinn einem solchen Fonds beizutreten. Denn eine Ausgleichszahlung aus dem Fond kann auch dann eintreten, wenn der Milchauszahlungspreis konstant bleibt, jedoch die Produktionskosten am Hof stark ansteigen, wie das zuletzt auch 2021 der Fall war.

Wenn der Fonds greift, gibt es dann in Notsituationen noch Unterstützung als Direktförderung?
Es muss nicht zwingend so sein, dass in einem Notfall keine weitere Direktförderungen durch die lokale öffentliche Verwaltung gezahlt werden können. Die Frage ist viel mehr welche Landwirte Zugang zu diesem Fördermittel haben werden. Etwa jene die ihre Hausaufgaben gemacht haben und sich entsprechend gegen Ausfälle abgesichert haben und somit nur im äußersten Notfall weitere Hilfszahlungen beanspruchen müssen, oder jene die sich nicht abgesichert haben? Argumente zu finden, dass auch letztere im Notfall Hilfszahlungen aus einem öffentlichen Fördertopf erhalten müssen, könnte aber durchwegs schwierig werden. Aus diesem Grund ist eine Teilnahme am Fonds in jedem Fall zu empfehlen! Weiters gilt zu bedenken, dass die lokalen öffentlichen Verwaltungen immer weniger Geld zur Verfügung haben um in Notsituationen entsprechend eingreifen zu können und diese Art der Unterstützung für die Landwirtschaft leider gegenüber anderen Wirtschaftszweigen zunehmend schwieriger zu rechtfertigen ist. Mutualitätsfonds sind hierbei eine Möglichkeit sich zusammen zu tun und sich in gegenseitiger Absicherung selbst zu helfen und dabei auch die Fördermittel der EU in Anspruch zu nehmen. Dies hat auch die Europäische Union erkannt und wird in Zukunft beim Riskmanagement in der Landwirtschaft verstärkt in solche Systeme investieren und den Mutualitätsgedanken fördern. Das sogenannte Gießkannenprinzip hat mittlerweile ausgedient. Ein solcher Fonds ist, wenn man so will, als Investition mit Hebelwirkung zu sehen, vor allem wenn man bedenkt, dass die Europäische Union zur Einkommensstabilisierung die Einzahlung des Landwirtes um weitere 70% ergänzt. Von diesen EU-Geldern werden also nur jene Landwirte profitieren, welche in Zukunft Systeme mit Mutualitätsgedanken nutzen und in diese investieren. Dabei gilt: Je eher desto besser!

In den Fonds werden Gelder der Landwirte eingezahlt sowie öffentliche Fördergelder eingezahlt. Wie sicher ist das eingezahlte Geld?
Jeder Landwirt, der seine Milch an einen Milchhof in Südtirol liefert, kann in den Fonds einzahlen. Dabei zahlt der Landwirt 30% ein und die öffentliche Verwaltung ergänzt den Betrag um weitere 70%. Beispiel: 300€ zahlt der Landwirt, 700€ legt die EU als Förderung drauf. In Summe sind somit 1.000€ im Fonds. Das Geld im Fonds steht den Landwirten für eine eventuelle Schadensvergütung zur Verfügung und muss somit kurzfristig verfügbar sein. Das heißt es darf nicht für spekulative Zwecke verwendet werden oder in riskanten Aktien investiert werden. Weiters muss die Verwaltung des Fonds jährlich eine Abrechnung und die Bilanz des Fonds dem Landwirtschaftsministerium zur Prüfung vorlegen.

Wieviel muss eingezahlt werden?
Laut Analysen der Universität Padua, die anhand anonymisierter Daten zweier Südtiroler Milchhöfe erstellt wurden, wird der Landwirt ungefähr 0,003 € bis 0,0035€ je Kilogramm gelieferter Milch in den Fonds einzahlen müssen damit der Fonds im Schadensfall die gesetzlich vorgegebenen Mindestauszahlungen nachkommen kann. Dieser vom Landwirt einzuzahlende Betrag betrifft den Anteil von 30%. Die öffentliche Verwaltung ergänzt die Einzahlung um weitere 70%! Beispiel: Bei einer Produktion von 100.000 kg Milch im Jahr und 0,003€/kg Milch ergibt der Anteil zu Lasten des Landwirtes 300€. Die öffentliche Verwaltung, sprich EU, legt weitere 700€ drauf. Insgesamte Einzahlung in den Fonds = 1.000€

Wann zahlt der Fond?
Der Fonds zahlt, wenn im allgemeinem ein Einkommensverlust von über 15% zu verzeichnen ist. Dieser Faktor wird als „Event Trigger“ bezeichnet. In der Hagelversicherung ist dieser Trigger vergleichbar mit dem Hagelschlag, der in einem Gebiet in einer gewissen Höhe eingetreten ist. Beim Fonds kann dieser „Event Trigger“ durch einen sinkenden Milchauszahlungspreis oder stark ansteigender Produktionskosten ausgelöst werden. In der Milchwirtschaft sind dabei vielfach die Schwankungen bei den Produktionskosten für einen Einkommensverlust verantwortlich. Ist der „Event Trigger“ erreicht, kann der Fonds eine Vergütung vornehmen, sofern der einzelne Landwirt einen Ausfall von über 20% zu beklagen hat. Diese Schadensschwelle von 20% ist gesetzlich vorgegeben.

Wieviel würde der Fonds auszahlen?
Laut Analysen der Universität Padua, anhand anonymisierter Daten zweier Südtiroler Milchhöfe, hätte der Fonds in den letzten 10 Jahren bereits 2-mal einschreiten müssen. Dabei wäre durchwegs auch bis zu 0,02€ je kg Milch im Schnitt zu vergüten gewesen. Entsprechend der gesetzlichen Vorgaben darf der Fond maximal 70% des Bruttoausfalls auszahlen und muss eine Mindestvergütung von 20% des festgestellten Ausfalls garantieren.

An wem geht die Schadensauszahlung?
Der Fonds deckt das Einkommen des einzelnen Landwirtes, welcher in den Fonds eingezahlt hat. Die Schadensberechnung wird also auch für den einzelnen Landwirt anhand seiner durchschnittlichen Einkommen errechnet. Die Schadensauszahlung geht daher direkt an den Landwirt. Eine Schadensliquidierung direkt an den Milchhof oder sonstige Institutionen ist laut gesetzlichen Vorgaben nicht möglich.

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Fonds & Mutualitätsfonds I.S.T. Äpfel und Milch
Stefan Puff

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