Frostschäden infolge des Kälteeinbruchs

Nach relativ warmen Tagen vor Ostern 2021 folgte ein Kälteeinbruch, der nichts Gutes erahnen lässt. Die ungewöhnlich hohen Temperaturen vor Ostern haben die Vegetation stark angeregt und sprunghaft vorangetrieben, wodurch die Empfindlichkeit der Pflanzen stark zugenommen hat.

Aufgrund des Kälteeinbruchs und der niedrigen Temperaturen in den Tagen vom 7. bis 9. April aber auch vom 13. auf 14. April kam es, vor allem im Apfelanbau, zu Schäden. Ersten Einschätzungen zufolge halten sich in Südtirol die Ernteausfälle durch Frost zwar in Grenzen und es sind vielfach qualitative Einbußen zu erwarten. In einigen Gebieten kann es aber durchwegs zu quantitativen Verlusten kommen. In den höher gelegenen Anbaugebieten in Südtirol sowie im Vinschgau hat die Blüte in den Apfelanalagen vielfach noch nicht begonnen, weshalb man dort noch zuversichtlich ist.

Ein höheres Risiko von Ernteausfällen besteht vor allem in den restlichen Tallagen, da dort die Apfelbäume bereits in der Blüte stehen und sich somit in einer sehr empfindlichen Vegetationsphase befinden. Der Kälteeinbruch war vor allem durch lange Frostnächte und tiefe Temperaturen tagsüber geprägt. In den Tagen vom 7. bis 9. April wurden im Vinschgau Minusgrade um die -2,0 bis -3,5°C verzeichnet. In der Nacht vom 13. bis 14 April sogar bis zu -4,0°C. Auch verhinderte der Wind in den Tagen um den 7. April ein weiteres Absinken der Temperaturen, jedoch auch teilweise das Einschalten der Frostberegung. Im Raum Brixen wurden in den Morgenstunden der besagten Frostnächte durchwegs Temperaturen um die -4,0 bis -6,0°C gemessen. Auch in einigen Teilen des Überetsches wurden im selben Zeitraum, vor allem in exponierten, sowie in abgesenkten Lagen Minusgrade um die -4,5°C verzeichnet.

Was den Weinbau betrifft so sind aktuell kaum nennenswerte Schäden zu vermuten. Die Vegetation im Weinbau ist aktuell noch nicht sehr fortgeschritten und somit weniger empfindlich.

Große Ernteverluste wird es wohl im Steinobstanbau geben. Vor allem die Kirsch- und auch die Marillenblüte ist sehr empfindlich gegenüber Kälte. Bereits wenige Minusgrade sind hier ausreichend, um nennenswerte Ausfälle zu verursachen.

Im Gesamten scheint es aber so, dass Südtirol im Vergleich zu anderen Regionen in Nord- und Mittelitalien doch noch relativ glimpflich davongekommen ist. In diesen Regionen verursachte der Kälteeinbruch verheerende Verluste.  Zusammen mit den Schätzungsbeauftragen wird das Hagelschutzkonsortium in den kommenden Wochen die Vegetation in Südtirol genauer beobachten. Erst dann lässt sich das Ausmaß der Schäden besser erkennen und einschätzen.

Inzwischen empfehlen wir den versicherten Landwirten vorgefundene Schäden in den Anlagen über den Agenten, Vermittler oder Broker des Vertrauens rechtzeitig den Versicherungen zu melden.

Datum: 14.04.2021 (Foto von Marilena Holzknecht: „Einsatz von Frostkerzen im Vinschgau“)